Produktion zur Eröffnung
Sara Stridsberg Deutschsprachige Erstaufführung
VALERIE SOLANAS, PRÄSIDENTIN VON AMERIKA!

Deutsch von Jana Hallberg

Valerie Solanas, Feministin und Autorin des berühmtberüchtigten Scum-Manifests, liegt im Sterben. Im Delirium ihrer letzten Stunden zieht noch einmal ihr Lebenskampf für die Frauenrechte vor ihrem inneren Auge vorbei. Kann es sein, dass auch dieser von einem einzigen Moment mit einem einzigen Mann überschattet werden kann, nämlich von ihrem Schuss auf Andy Warhol? Vergangenheit, Gegenwart und mögliche Zukunft des westlichen Feminismus verdichten sich zur Frage an uns alle, was über haupt erreicht wurde, wenn heutzutage ein amerikanischer Präsident wieder ungestraft sexistische Parolen ausgeben kann.

Die schwedische Journalistin und Autorin Sara Stridsberg erhielt 2007 für ihren dem Stück zugrunde liegenden zweiten Roman Traumfabrik den renommierten Literaturpreis des Nordischen Rates. Nach der Uraufführung von Über meine Leiche inszeniert Marlene Anna Schäfer zum zweiten Mal am Theater Osnabrück.

THEATER AM DOMHOF
Übernahme in den Spielplan

Inszenierung Marlene Anna Schäfer
Bühne, Kostüme Marina Stefan
Dramaturgie Jens Peters
Mit Marie Bauer, Maria Goldmann, Cornelia Kempers; Niklas Bruhn, Andreas Möckel

Route
Leuchtende Ausnahmen
Rechercheprojekt Uraufführung
I AM A BIRD NOW

Das Rechercheprojekt befragt die Themen „Transgender“ und „Transsexualität“: Wie gestaltet sich der Alltag einer Transgender-Person in einer Stadt wie Osnabrück? Was bestimmt die eigene Lebenswirklichkeit, wie erlebt man Betrachtungen von außen? Auf Grundlage von Interviews und Materialrecherchen entsteht ein choreografisch geformter Theaterabend, der persönliche Erfahrungen von Transsexualität und Transgender mit Außenbetrachtungen und theoretischem Hintergrund collagiert.

Regisseurin Jana Vetten, Jahrgang 1989, studierte bis 2016 Regie am Mozarteum Salzburg und arbeitete seitdem u. a. am Staatstheater Mainz.

FOYER HÖRSAALGEBÄUDE SL/HOCHSCHULE OSNABRÜCK

Inszenierung Jana Vetten
Choreografie Erin Hill

Bühne, Kostüme Elisabeth Benning
Dramaturgie Milena Kowalski
Mit Marie Bauer, Ayaka Kamei; Lennart Huysentruyt, Oliver Meskendahl, Janosch Schulte

Route
Leuchtende Ausnahmen
Sibylle Berg
UND DANN KAM MIRNA

Mirnas Mutter will raus – aus der Großstadt, aus der Mittelmäßigkeit, aus der Einsamkeit auf dem sozialen Abstellgleis Mutterschaft. Der Plan ist, zusammen mit drei Freundinnen und deren Kindern aufs Land zu ziehen. Dorthin, wo die Selbstverwirklichung hoffnungsvoll am Horizont leuchtet. Aber während eine Freundin nach der anderen absagt, kriecht die Angst in Mirnas Mutter hoch. Letztlich ist es ihre Tochter Mirna, selbst erst am Anfang der Pubertät, die den Umzug im Griff und noch genug Wut in sich hat, um das gemeinsame Leben in die Hand zu nehmen.
Sibylle Berg ist eine der wichtigsten feministischen Stimmen in der deutschsprachigen Theaterlandschaft, das Stück UND DANN KAM MIRNA (2015) setzt ihre satirische Wutrede UND JETZT: DIE WELT! fort.

Felicitas Braun inszeniert nach der Uraufführung LUCAS AND TIME zum zweiten Mal am Theater Osnabrück.

EMMA-THEATER
Übernahme in den Spielplan

Inszenierung Felicitas Braun
Bühne Timo von Kriegstein

Kostüme Aleksandra Kica
Dramaturgie Sven Kleine
Mit Monika Vivell, Helene Stupnicki

Route
GLÜCKSFÄDEN IM KLEID
Hans Christian Andersen
DIE KLEINE MEERJUNGFRAU

Welches Märchen könnte eindringlicher von der Sehnsucht erzählen, die Grenzen der eigenen Welt zu überschreiten und in das Reich des Fremden einzutauchen als DIE KLEINE MEERJUNGFRAU? Diese hat sich ganz der Welt der Menschen verschrieben, obwohl sie als Tochter des Meerkönigs eine glückliche Kindheit unter Wasser hat. Doch die irdische Liebe zum Prinzen und die überirdische Sehnsucht nach einer ewigen Seele sind stärker. Also tauscht sie Fischschwanz gegen Beine und lässt sich auf ein riskantes Unterfangen ein. Gelingt es ihr, die Liebe des Prinzen innerhalb dreier Tage zu gewinnen, so kann sie fortan Mensch sein und erlangt eine unsterbliche Seele. Scheitert sie, muss sie ihr Leben als Schaum auf der Meeresflut enden.

Regisseur Pascal Wieandt wird zum zweiten Mal bei einem SPIELTRIEBE-Festival tätig sein: 2015 inszenierte er im Rahmen von SPIELTRIEBE 6 die Lecture-Performance DSCHIHAD EXPRESS.

FRIEDENSKIRCHE
Übernahme in den Spielplan

Inszenierung Pascal Wieandt
Bühne, Kostüme Christine Bertl
Dramaturgie Sven Kleine
Mit Johanna Franke; Jost op den Winkel, Benjamin Werner

Route
GLÜCKSFÄDEN IM KLEID
KOLLEKTIV EINS Uraufführung
DIE ZAUBERIN VON OZ

Dorothy wird durch einen Wirbelsturm aus ihrer Heimat in Kansas gerissen und landet in einer magischen Welt. Um wieder nach Hause zu finden, muss sie eine Reihe gefahrvoller Abenteuer bestehen. Nur gut, dass sie nicht allein ist: eine Vogelscheuche, ein Blechmann und ein feiger Löwe werden ihre Gefährten. Aber genauer betrachtet sind diese – ausschließlich männlichen – Begleiter nicht gerade vertrauenserweckend. Kurz: Wir müssen uns über Sexismus unterhalten, über Opfer-Täter-Dynamiken, über das Patriarchat und den Kapitalismus sowieso.

Mit KollektivEINS, bestehend aus Paula Thielecke, Carolin Wiedenbröker, Stefan Hornbach und Sören Hornung, surfen wir auf der Grenze zwischen humorvollem Sprechtheater und politischer Performance – natürlich mit ausgefeilten Gitarrensoli und viel Liebe, Lust und Leidenschaft.

LIMBERG-THEATER

Inszenierung KollektivEINS
Bühne, Kostüme Lisa Jacobi
Dramaturgie Marie Senf
Mit Paula Thielecke, Carolin Wiedenbröker; Stefan Hornbach, Sören Hörnung, Janosch Schulte

Route
SCHÖNHEIT GIBT ES NICHT UMSONST
Vasna Aguilar Uraufführung
ENCOUNTER/BEGEGNUNG

Ein Mensch nähert sich. Unsere persönliche Wahrnehmung entscheidet, welche Informationen über diese Person wie ausgewertet werden. Menschen sind emotionale Wesen, sie haben einen selektiven Blick: Wie reagieren wir aufeinander? Was zieht uns an? Was stößt uns ab? Und warum? Das Tanzprojekt ENCOUNTER/BEGEGNUNG der Tänzerin und Choreografin Vasna Aguilar, die von 2012 bis 2015 Ensemblemitglied der Dance Company Osnabrück war, untersucht Begegnungen und Interaktionen im öffentlichen Raum.

Zeitgleich spiegelt die Ausstellung LANDSCOPING – TRUE PLACES NEVER ARE der Niederländer Stan Klamer und Hans Lemmen im kunstraum hase29 Landschaftsbilder aus zwei unterschiedlichen Perspektiven: Während Stan Klamers Bilder einer Kartographie von Bewegungen der Küstenlandschaft gleichen, verortet Hans Lemmen mit archäologischem Blick mythische Figuren in einer durch Monokultur geprägten kargen Landschaft.

KUNSTRAUM HASE29

Choreografie Vasna Aguilar
Bühne, Kostüme Christine Bertl
Dramaturgie Patricia Stöckemann
Mit Marine Sanchez Egasse, Rosa Wijsman; Ohad Fabrizio Caspi, Oleksandr Khudimov

Route
SCHÖNHEIT GIBT ES NICHT UMSONST
Evan Placey Projektjugendclub SPIELTRIEBE
GIRLS LIKE THAT (MÄDCHEN WIE DIE)

Deutsch von Frank Weigand

Jede hat ihren Platz in der vertrauten Hackordnung der Mädchenschule St. Helen’s. Als mitten in der Geschichtsstunde ein Nacktfoto von Mitschülerin Scarlett auftaucht, gerät der Alltag der Mädchen durcheinander. Unbarmherzig und rasend schnell werden aus Gerüchten und Vermutungen scheinbare Tatsachen einer Geschichte gemacht, der sich keiner der Beteiligten mehr entziehen kann. Und während eigentlich alle die eigene Verletzlichkeit verteidigen, sehnen sie sich nach Souveränität und Nähe – denn Mädchen sollten zusammenhalten.

Der kanadisch-britische Autor Evan Placey wurde für GIRLS LIKE THAT mit mehreren britischen und deutschen Preisen ausgezeichnet und war nominiert für den Deutschen Jugendtheaterpreis. Der Projektjugendclub Spieltriebe wird das Stück in Osnabrück zur Aufführung bringen.

SKATEHALLE

Inszenierung Simon Niemann, Dietz-Ulrich von Czettritz
Bühne, Kostüme Melanie Kintzinger
Dramaturgie Milena Kowalski
Mit Projektjugendclub Spieltriebe

Route
SCHÖNHEIT GIBT ES NICHT UMSONST
Uraufführung
STAGING LOVE

Rosen und Blut (Ernst Jünger).

Wie der Mensch vor dem Kriege scheitert, so scheitert er vor der Liebe. Im Versammlungsraum eines Schützenvereins, zwei Fronten: das schreibende Individuum, mit ihm das diffuse, nicht strukturierbare der Liebe und der Lyrik – entstanden zwischen den Kriegen des vergangenen Jahrhunderts – versus die transgenerationale, männlich geprägte Tradition vom Schießen. Wie verhalten sich Raum und Kontext zur Eigenständigkeit des lyrischen Textes? Kann das „Mehr“ von Lyrik dem „Mehr“ von Geschlecht etwas geben? Welche Stimme spricht?
In einer musikalischen Textinstallation widmet sich STAGING LOVE der ältesten und archaischsten Form des Ausdrucks von Liebe: dem Gedicht.

Sophia Barthelmes ist Studentin an der Theaterakademie Hamburg.

VEREINSHALLE DES SCHÜTZENBUNDS OSNABRÜCK-EMSLAND-GRAFSCHAFT BENTHEIM
E. V.

Inszenierung Sophia Barthelmes
Bühne, Kostüme Anthoula Bourna
Dramaturgie Ulrike Schumann
Mit Elaine Cameron; Stefan Haschke, Thomas Kienast

Route
DIE HALBE ZIVILISATION AUF KNIEN
Ira Levin Uraufführung
DIE FRAUEN VON STEPFORD

Die Fotografin Joanna Eberhart und ihr Ehemann Walter, ein Rechtsanwalt, ziehen von New York ins idyllische Stepford. Doch die emanzipierte Joanna fühlt sich in der Vorstadtidylle zunehmend unwohl: Die Frauen Stepfords scheinen ausnahmslos als Disneyland-Versionen der perfekten Ehe- und Hausfrau ihre Erfüllung zu finden. Als auch noch ihre resolute Freundin Bobby zum wohlriechenden, hausmütterlichen und unzweifelhaft attraktiveren Klon ihrer selbst mutiert, wird Joanna misstrauisch. Steckt der örtliche Gentlemen’s Club dahinter – zu dem inzwischen auch ihr Mann gehört?

Die Schweizer Regisseurin Claudia Bossard, Jahrgang 1985, untersucht mit DIE FRAUEN VON STEPFORD vermeintliche Männerfantasien, aber auch die Frage nach Identität in Zeiten, in denen nicht nur die Geschlechterrollen, sondern auch die Grenzen zwischen Mensch und Maschine brüchig werden.

HALLE 14 DER WINKELHAUSENKASERNE
Übernahme in den Spielplan

Inszenierung Claudia Bossard
Bühne, Kostüme Linda Schnabel
Dramaturgie Marie Senf
Mit Elaine Cameron, Helene Stupnicki; Ronald Funke, Valentin Klos

Route
DIE HALBE ZIVILISATION AUF KNIEN
Michael Barrett, David Holleber, Wataru Mukai, Daria Pavlotskaya, Emanuele Savagnone, Jonathan Schmieding Uraufführung
DAS HAUPT DER MEDUSA

Eine Musiktheater-Installation

Schöne Musik? An ihrem Anfang standen Grausamkeit und Tod. Die Klage um die enthauptete Medusa wird zum ersten Gesang. Der Musengott Apoll betrügt im musikalischen Wettstreit den Satyr Marsyas um seinen Sieg und lässt ihn bei lebendigem Leib häuten. Seitdem wurde Musik immer wieder zur Zeugin von Gewalt und Unrecht, missbraucht als Propaganda, und doch ersehnt, um den Schrecken der Realität zu entfliehen. Die sechs jungen Komponist*innen verfolgen die Spuren der Harmonie und des Schreckens bis in unsere Gegenwart, der Weg durch die Zeiten wird zum Klang-Raum-Erlebnis.

VITISCHANZE

Musikalische Leitung An-Hoon Song
Inszenierung Christine Cyris
Mitarbeit Stephanie Schümann
Bühne Lisa Hartling
Kostüme Linda Schnabel
Dramaturgie Ralf Waldschmidt
Mit Cristina Commisso, Lina Liu, Susann Vent-Wunderlich; Genadijus Bergorulko, Mark Hamman, Vincenzo Rosario Minervini, Jost op den Winkel, Benjamin Werner; Damenchor des Theaters Osnabrück; Osnabrücker Symphonieorchester

Route
BLUTIGE ERINNERUNGEN
Emmanuel Darley Deutschsprachige Erstaufführung
DIENSTAGS BEI KAUFLAND

Deutsch von Klaus Gronau

Emmanuel Darley erzählt von den Hindernissen, denen Transsexuelle sowohl im familiären Bereich wie auch in der Öffentlichkeit ausgesetzt sind. Marie-Pierre, früher Jean-Pierre, kümmert sich jeden Dienstag liebevoll um ihren Vater. Sie putzt die Wohnung, sie pflegt ihn und geht mit ihm im Kaufland Lebensmittel besorgen. Doch nicht nur im Supermarkt beim Einkaufen ist sie den irritierenden und befremdlichen Blicken der Menschen ausgeliefert, sondern auch gegenüber ihrem Vater ist das Verhältnis sichtlich angespannt.

Die Regisseurin Nina de la Parra, geboren 1987 in Amsterdam, studierte Regie an der Folkwang Universität der Künste und wird nach dem Klassenzimmerstück DIE VERWANDLUNG zum zweiten Mal in Osnabrück inszenieren.

ORT WIRD NOCH BEKANNT GEGEBEN

Inszenierung Nina de la Parra
Bühne, Kostüme Berit Schog
Dramaturgie Alexander Wunderlich
Mit Christina Dom; Klaus Fischer

Route
BLUTIGE ERINNERUNGEN
Rechercheprojekt Uraufführung
INS BLAUE

Osnabrück, 1941: Abend für Abend wird der Operettenhit MASKE IN BLAU gegeben und macht für Momente die allgegenwärtigen Schrecken des Weltkriegs vergessen. Das Rechercheprojekt schlägt über die Befragung weiblicher Lebenszeugnisse die Brücke bis in unsere unmittelbare Gegenwart und ist dabei immer auch an der Rolle des Osnabrücker Theaters interessiert: Was hat die Kraft des Spiels zersetzenden Gesellschaftsdynamiken entgegenzustellen? Zwischen Fiktion und Realität eröffnet sich so das Panorama einer weiblichen Jahrhundert-Perspektive auf die Stadt und ihre Kunst.

Jan Philipp Stange, Jahrgang 1987, studierte Regie an der HfMDK Frankfurt. Seine TAGES-SHOW wurde u. a. 2017 zum Festival „Radikal Jung“ ans Münchner Volkstheater eingeladen und beim Körber-Studio „Junge Regie“ 2016 mit dem 2. Platz ausgezeichnet.

AULA DER KÄTHE-KOLLWITZ-SCHULE

Inszenierung Jan Philipp Stange
Bühne, Kostüme Josephine Hans
Video Jakob Engel
Dramaturgie Elisabeth Zimmermann
Mit Johanna Franke, Katherina Nakui; Neven Del Canto, Hans-Hermann Ehrich
Am Klavier Wladimir Krasmann